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Passivrauchen
Zigarettenqualm ist mehr als nur heiße Luft, auch wenn Raucher das gern und häufig behaupten. Denn Passivrauchen ist gesundheitsschädlich und kann zu Krankheit und Tod führen – dies ist wissenschaftlich einwandfrei erwiesen.12 Etwa 3.300 Menschen sterben jährlich an den Folgen des Passivrauchens.13 Ein Mensch, der passiv raucht, stirbt im Schnitt acht Jahre vor seiner Lebenserwartung.14
Passivrauchen kann akute und chronische Krankheiten auslösen
Zahlreiche Studien machen einen Zusammenhang zwischen Passivrauchen und verschiedenen Erkrankungen deutlich. Untersuchungen belegen, dass Personen, die Tabakqualm ausgesetzt sind, die gleichen akuten und chronischen Erkrankungen wie Raucher erleiden können – wenn auch in geringerem Ausmaß und mit geringerer Häufigkeit. Dazu gehören Augenbrennen mit Tränenentwicklung, Schwellungen und Rötungen der Schleimhäute, Reizungen des Atemtraktes und akute Atemwegssymptome wie Auswurf, Husten, Atembeschwerden oder Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Müdigkeit und Schlafstörungen.15

Auch Passivrauchen ist gesundheitsschädlich. Wer den Rauch einatmet, kann die gleichen Krankheiten erleiden wie ein Raucher.
Neben diesen akut auftretenden Beschwerden erhöht Passivrauchen auch das Risiko für chronische Krankheiten mit Todesfolge. Hierzu gehören in erster Linie Lungenkrebs, Herzkrankheiten, Schlaganfall sowie chronische Lungenerkrankungen. Passivraucher haben darüber hinaus ein bis 17 Prozent höheres Risiko an Diabetes zu erkranken als Nichtraucher.16 Und Frauen, die mit einem Raucher zusammenleben, tragen ein deutlich erhöhtes Osteoporose-Risiko.17
Gesundheitsbelastung auch im Nichtraucherbereich
Nichtraucher, die sich der Gefahren bewusst sind und den Nichtraucherbereich in Kneipen, Arbeitsräumen oder Zugabteilen wählen, sind übrigens wenig geschützt. Giftige Feinstaub-Partikel lagern sich an Wände, Teppiche und Möbel und schweben nach und nach durch die Luft.18 Das erklärt, warum auch Räume belastet sind, in denen momentan nicht geraucht wird.19 Selbst Nichtraucherabteile der Bahn sind belastet. Das ergab eine Messung des Deutschen Krebsforschungszentrums 2005.
Besonders hart trifft es Kinder. In Deutschland lebt die Hälfte aller Kinder unter sechs Jahren in einem Haushalt mit einem Raucher. Die Folgen für die Kleinen können gravierend sein. Das gilt medizinisch als gesichert.
Passivrauchen in der Stillzeit, im Säuglings- und Kindesalter erhöht das Risiko für:20
- Störungen des Allgemeinbefindens wie Bauchweh, Schwindel, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen
- Plötzlichen Säuglingstod
- Akute und chronische Mittelohrentzündungen
- Erkrankungen der unteren Atemwege wie Lungenentzündungen, Bronchitis
- Asthmaanfälle
- Entwicklung von Asthma sowie Verschlimmerung bereits bestehender Krankheitssymptome
- Verzögertes Wachstum der Lungen, verminderte Lungenfunktion
- Eingeschränkter Geruchssinn
- Übergewicht
- Entstehung von Karies bei den kindlichen Milchzähnen
- Verhaltensauffälligkeiten
- Erbgutschädigungen und mutmaßlich für Krebserkrankungen
- Hirnhautentzündung
12 WHO-Kollaborationszentrum
für Tabakkontrolle.
http://www.tabakkontrolle.de.
13 Berling, Stefanie: Rauchen ist kein Kavaliersdelikt. Interview
mit Sozialmediziner Prof. Ulrich Keil aus Münster, WDR. URL:
http://www.wdr.de.
Stand: 21.09.2006.
14 Deutsches Krebsforschungszentrum
http://www.dkfz-heidelberg.de.
Stand: 17.1.2007.
15 Deutsches Krebsforschungszentrum.
http://www.dkfz-heidelberg.de Stand:
17.1.2006.
16 Focus online.
http://www.focus.de Stand:
17.1.2006.
17 Focus online.
http://www.focus.de Stand:
17.1.2006.
18 Der Spiegel, 24/2006, S. 67.
19 Der Spiegel, 24/2006, S. 67.
20 WHO-Kollaborationszentrum
für Tabakkontrolle.
http://www.tabakkontrolle.de Stand:
17.1.2006.